Wenn Sie wirklich wissen möchten was Südtirol ausmacht, sollten Sie es sich nicht nehmen lassen vor Ort einen der bedeutendsten Weine aus Südtirol zu kosten: den Lagrein. Die Geschichte der roten Rebsorte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. 1379 wurde der sogenannte "bonum Lagrinum" erstmals in einer Traminer Urkunde erwähnt. Auch eine Bozener Quelle von 1498 nennt den Wein aus Südtirol. Diese beiden Quellen beziehen sich jedoch auf den "Weißen Lagrein", der vom Mittelalter bis in die Neuzeit einer der bedeutendsten Südtiroler Weine war. Der rote Lagrein wird erstmals in einer Landesordnung aus dem Jahr 1525 erwähnt. Auch in den Urkunden des Benediktinerklosters Muri bei Bozen wird der Lagrein erwähnt.

Ursprünglich stammt der Wein aus dem Lagarina-Tal, wodurch sich der Name "Lagrein" erklärt. Der Südtiroler Lagrein stammt von der Rebsorte Teroldego und einer noch unbekannten zweiten Rebsorte ab. Die Mischung dieser beiden Rebsorten zeichnet sich vor allem durch eine kräftige Farbe und körperreiche Weine aus, die nach einem Hauch Pflaume schmecken und wenig Tannin enthalten. Heutzutage werden aus den Lagrein-Trauben sowohl Rot-, als auch Roséweine gekeltert, die auch unter den Namen Lagrein Kretzer, Lagrein Rosato, Lagrein Dunkel und Lagrein scuro bekannt sind. Besonders bekannte Anbaugebiete sind die Lagen rund um den Bozener Stadtteil Gries, aber auch die Talebene östlich von Bozen liefert in den letzten Jahren zunehmend guten Wein. Seit Mitte der 90er Jahre bekommt man den Lagrein in Südtirol hauptsächlich als Lagrein Dunkel oder als zwei Jahre gelagerten Riserva. Und den sollten sie sich auf gar keinen Fall entgehen lassen!