Die Alpen, und somit auch die Dolomiten, sind seit jeher Schauplatz zahlreicher Kämpfe und Aufeinandertreffen verschiedenen Völker gewesen. Sie waren – und sind heute noch – eine natürliche Grenze, schwer zu überwinden und einst bitter umkämpft. Sie waren seit der Völkerwanderung ein ladinisches Sprachgebiet, wurden aber im Mittelalter im Heiligen Römischen Reich durch die bajuwarischen Siedler größtenteils germanisiert. Von Süden stieß seit jeher auch die italienische Kultur in das Berginnere. Sie sind die Grenze zwischen dem deutschsprachigen Österreich und Italien.

379px World War 1 Rotwand 189x300 Die Dolomiten im ersten und zweiten Weltkrieg

Stellung in den Hängen der Sextener Rotwand

Bereits im ersten Weltkrieg fanden hier bedeutende Schlachten statt, bekannteste ist der Gebirgskrieg von 1915 bis 1917. Dieser war ein groß angelegter Stellungskrieg unter extrem schwierigen Bedingungen. Gut 20 Monate lieferten sich die österreichischen und italienischen Truppen oft in eisiger Kälte, unter höchsten Entbehrungen und ohne Aussicht auf ein baldiges Ende einen in die Geschichte eingehenden Kampf. Sie gruben Tunnel, Schützen- und Laufgräben, mit denen sie dem Feind in den Rücken fallen wollten. Es wurde um jeden Gipfel gekämpft und forderte unglaubliche Menschenleben. Allein auf dem Col di Lana fielen in einer einzigen Schlacht 8.200 Menschen. Der Gebirgskrieg war ein Massaker gespickt mit Heldentaten. Heute noch kann man vielerorts in den Dolomiten die Tunnel und Schützengräben sehen, die zu jener Zeit gebaut wurden.  Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien hat diesen Gebirgskrieg in einen eigenen Bereich dokumentiert.

Im zweiten Weltkrieg war es das Hotel am Pragser Wildsee, das noch einmal Furore machte. Hier wurden Mitte 1945 prominente politische Häftlinge des NS-Staates aus den Konzentrationslagern untergebracht, die jedoch schon wenige Tage später von den US-Truppen befreit werden konnten.