Die Dolomiten liegen in den südlichen Kalkalpen und verteilen sich auf die norditalienischen Regionen Venetien und Trentino-Südtirol. Dabei wird die genauere Abgrenzung nicht immer gleich gehandhabt. Allgemein legt man sie zwischen das Pustertal im Norden, Sexten und Piave im Osten,  das Valsugana im Süden und das Etsch- und Eisacktal im Westen. Dabei ist es interessant, dass die Lienzer und Unterengadiner Dolomiten lediglich so benannt sind, da sie eine morphologische Ähnlichkeit haben, aber einem anderen Deckensystem angehörig sind.

Deodat de Dolomieu Lage und Geomorphologie

Déodat Gratet de Dolomieu

Der Name der Dolomiten wird auf den Geologen Déodat de Dolomieu zurückgeführt. Der Franzose  beschrieb das Gestein der ‘Monti Pallidi’, wie sie bis dahin hießen. Das Mineral Dolomit hat eine Gelbfärbung, die man besonders im Rosengarten, der Kreuzkofelgruppe und den Drei Zinnen sehen kann.

Die Alpen sind ein Deckengebirge mit Faltenzonen, so auch die Dolomiten. Sie entstanden vor gut 15 Millionen Jahren, als ein Ozean sozusagen zusammengefaltet wurde. Dabei ist typisch für die Dolomiten, dass sie einen auffällig krassen Wechsel zwischen leicht gewellten Almen und steil aufragenden Riffen bilden, die teils bis über 3.200 Meter aufragen. Terrassen findet man hier noch bis 2.300/2.800 Meter (zum Beispiel Schlern und Sella-Massiv). Zerklüftete Felswände, wie der Rosengarten, der Langkofel oder auch die Sextener Dolomiten, bilden einen starken Kontrast. Sieht man sich den Aufbau der Gesteinsschichten an, kann man sehr unterschiedliche Lagen entdecken. Zwischen dem Sedimentgestein liegen versteinerte Korallenriffe mit dementsprechenden pflanzlichen und tierischen Versteinerungen sowie Lavagestein. Im Latemar beispielsweise finden sich tiefe Einschnitte, die eng, aber bis zu 200 Meter tief sind. In den Höhenlagen gab es bis ins letzte Jahrhundert noch zahlreiche Gletscher, heute ist jedoch nur noch der Marmolatagletscher übrig geblieben.