Auf Entdeckungsreise der Saevaten

Sie gehörten zu den Kelten und lebten während der jüngeren Eisenzeit im Raum um Sankt Lorenzen im Pustertal. Sie waren ein norischer Volksstamm, wie eine lateinische Inschrift aus den Jahren 41-54 n. Chr. beweist. Gefunden wurde diese in Julium Carnicum, was einst zur Provinz Venetia et Histria und heute Zuglio in Friaul Julisch Venetien ist. Es werden die Saevaten zusammen mit den Laiancern als eine zusammenfassende Norico Civitas genannt. Es gab zu der Zeit 7 verschiedene norische Völker, die oftmals einfachheitshalber zusammengefasst wurden.

Es wird angenommen, dass der ursprüngliche Name von Sankt Lorenzen – Sebatum – sich auf die hier angesiedelten Saevaten bezieht. In italienisch heißt der Ort übrigens San Lorenzo di Sebato.

Der Ort war vor der Römerzeit bereits ein wichtiger Handels- und Verkehrsort und wurde von den Römern dann später in ihre Straßenführung mit eingefügt. Wichtig war die Gegend für die Wirtschaft auf Grund der Bodenschätze, aber auch als Transitstrecke über die Alpen in die nordischen Gebiete. 15 vor Chr. musste das ehemalige Königreich Tribut an Rom zahlen, erst 54 n. Chr. erhält es den Status einer römischen Provinz.

Um mehr über dieses norische Volk zu lernen, bin ich also nach Sankt Lorenzen gefahren. Hier habe ich mich im Museum Mansio Sebatvm umgesehen und mir das Wort Mansio erklären lassen. Ein Mansio ist eine Straßenstation, ähnlich wie der heutige Autogrill auf der Autobahn. Wobei diese einst etwas mehr boten als die modernen Nachfolger: Bäder, Pferdewechsel, Postquartiere und natürlich Restauration. Diese Orte wurden dann von Einheimischen geführt, die dort lebten und sonst Landwirtschaft betrieben. Noch einen Unterschied zu den heutigen gibt es: diese Mansio gab es ca. alle 40 km, dazwischen alle 17 km Pferdewechselstationen. Das wäre heute wie Autogrill alle 40 km, Tankstelle alle 17 km. Naja…

Drumherum gab es natürlich auch kleinere Geschäfte und Werkstätten, einen Marktplatz und eine Villa Rustica, die wahrscheinlich einem höheren römischen Verwalter gehörte, um alles im Sinne Roms zu leiten. Ausgrabungen belegen außerdem ein Brunnenheiligtum und Gräber an den jeweiligen wegführenden Straßen.

Mit dem Verfall des Römischen Reiches endet auch die Blütezeit des Ortes, die Verwaltervilla zerfällt und die Einwohner siedeln in sichere Gebiete, weiter höher, wo eine Schutzmauer um die Siedlung gebaut wird.

Auf drei Stockwerken wird mir anschaulich gezeigt, wie die Menschen zu damaliger Zeit lebten, ihre Geschichte wird dabei von zahlreichen Fundstücken belegt.

Um mein Wissen zu vervollständigen mache ich auch die Rundwanderung an die entsprechenden Orte, die mir archäologisch zeigen, was sich hier abspielte. 16 Schautafeln helfen mir dabei zum besseren Verständnis. Gut 2 Stunden wandere ich hier durch 2.000 Jahre Geschichte.

eure Anna

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Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

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