Die geheimnisvolle Kehlburg im Pustertal

Ich bin mal wieder im Pustertal unterwegs gewesen. Dieses Mal bin ich nach Gais gefahren und habe mich auf die Suche nach der Kehlburg gemacht. Denn sie liegt schön versteckt inmitten der Wälder.

Die Kehlburg war bis 1944 eine bewohnte und viel benutzte Burg. Doch als sie vollkommen ausbrannte, blieb sie als Ruine zurück und wurde – leider, wie ich finde – nie wieder restauriert.

Sie wurde erstmals um 1100 urkundlich erwähnt, muss aber schon vorher erbaut worden sein. In seiner langen Geschichte unterstand sie lange dem Bistum Brixen und wurde so gepflegt, oftmals auf Lebenszeit. Doch die Burg zerfiel langsam und es kam wieder das Lehen ins Gespräch. So wurde sie der Familie von Rost übergeben, die sie auch tatsächlich bis ins 19. Jahrhundert inne hatte. Hans von Rost, der erste Besitzer der Burg, renovierte die Burg zu einem Schloss der Renaissance. 

Im Jahre 1891 wurde die Burg dann verkauft, an den Weihbischof von Kaschua in Ungarn, nachdem hier Hermann von Gilm die Kehlburger Maifestspiele organisierte und die Burg nochmals hoch aufleben ließ.

Sigmund Bubics renovierte sie großzügig, verschuldete sich dabei sehr und so musste sie wieder verkauft werden. Letztendlich kam sie in die Hände eines Unternehmens, das wenig Interesse an ihr hatte und so zerfiel sie erneut. Heute ist sie wieder in Privatbesitz ohne Interesse.

So viel zur Burg. Ich bin bis nach Gais gefahren und habe dort mein Auto geparkt. Von hier aus habe ich mich dann auf in die Natur gemacht und bin durch Wald und Wiesen zur Kehlburg gegangen.

Dafür habe ich den Wanderweg Nr. 2 genommen. Er verläuft durch dichten Wald bis ich dann lichte Wiesen erreiche. Hier gibt es vereinzelnd Bergbauernhöfe. Als ich endlich zur Kehlburg komme, bin ich doch fasziniert. Ich wandere durch die Gemäuer, stelle mir hier Burgleute vor und wie sie einst einmal schön gepflegt und geschmückt sein musste.
Ich verweile einige Zeit und entscheide mich dann, doch noch auf dem Weg K zu den Höfen von Amaten zu wandern. Von hier aus habe ich tatsächlich den ‚versprochenen‘ Panoramablick auf die Umgebung. Für den Rückweg nehme ich den Weg Nr. 5 über den Bärentalhof und zum Schuttkegel von Aufhofen (namentlich wie die Familie der Kehlburgbesitzer). Gut 3 Stunden später erreiche ich dann wieder Gais und mein Auto.

Die Wanderung ist wunderschön, familienfreundlich und sehr entspannend. Übrigens: in der Nähe der Kehlburg liegt auf einer Kuppe mitten im Wald eine Windmühle. Erst im letzten Jahrhundert wurde diese wieder zum Leben erweckt und man hört sie weithin bis ins Tal, wenn der Wind kräftig pustet. Sie diente einst der Stromversorgung der Kehlburg.
Mir hat die Wanderung gut gefallen, vor allem durch die Entspannung, es waren auch nicht viele Menschen unterwegs, einmal bin ich einer Familie begegnet, mit 2 Kindern, die den Wald genossen. Die Kehlburg regt zu Phantasien an und man bekommt Lust, sie nochmals zu renovieren.

eure Anna

Veröffentlicht von

Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.