Eine Wanderung zu den Seurasas Almen

Von Freunden hatte ich schon von ihnen gehört, aber ich habe es nie wirklich geschafft, sie einmal zu erwandern: die Seurasas Almen. Dieses Jahr sollte es nun endlich geschehen. Ein paar Freunde hatten Lust zum Wandern und ich habe die Seurasas Almen mit der gleichnamigen Hütte vorgeschlagen.

Da keiner von uns vorher dort war, waren wir alle gleichermaßen begeistert und sind an einem schönen sonnigen Vormittag nach St. Christina gefahren. Hier sollte unsere Wanderung beginnen. Enden würde sie in Gröden und dann mit dem Linienbus wieder zurück nach St. Christina zum Auto.

Von Sankt Christina sind wir auf der Höfestraße Richtung Runcaudie gegangen. Hier beginnt der Almweg Nr. 20. Leider ist er sehr steil und wir ‚erschwitzen‘ uns sozusagen den Almbesuch. Wir freuen uns schon auf ein erfrischendes Getränk und die Traumaussicht!

Der Weg führt durch viel Wald, es ist schattig und im heißen Sommer garantiert das beste, was man machen kann.

Die Seurasas Hütte ist an sich schon recht alt. Sie wurde bereits um 1800 erbaut und ausschließlich als Kochhütte für die Almwirtschaft genutzt. Ende des letzten Jahrhunderts wurde sie von ihrem Besitzer Cyrill Runggaldier allerdings neu gebaut und lange privat zur Erholung genutzt. Doch irgendwann, und weil immer mehr Wanderer hier heraufkamen und natürlich gerne eine Erfrischung oder etwas zu essen gehabt hätten, hat die Familie sich dann entschlossen, eine Wirtschaft draus zu machen. Welch ein Wanderglück!

Oben angekommen, sind wir begeistert – und enttäuscht. Der Blick von hier ist ein einziger Traum! Wir befinden uns mitten im Grödner Tal zu Füßen des Pic-Berges. Man hat einen umwerfenden Blick auf die Langkofelgruppe, die Seiser Alm und den Sellastock. Sattes Grün, tiefes Blau, schillerndes Grau.. die Farben der Alpen!

Enttäuscht sind wir, weil die Alm geschlossen ist. Wir haben nicht bedacht, vorher nachzusehen, wann sie öffnet. Und wie viele in solchen Höhenlagen – über 2.000 Meter – ist sie nur in den Sommermonaten geöffnet. Sehr, sehr schade! Wir genießen aber trotzdem die wunderbare Aussicht, liegen auf dem Rasen in der Sonne und ruhen uns nach dem Aufstieg aus.. bevor es dann wieder hinunter geht.

Wir begeben uns auf den Weg Nr. 6. Damit gehen wir auf die unendlichen Wiesen des Plan dla Rotes. Gut eine halbe Stunde brauchen wir, bis wir den Balest Sattel erreichen. Die kleine gotische Kirche St. Jakobs passieren wir genauso wie die Ansiedlung Sacun. Wir erreichen St. Ulrich und nehmen den Linienbus zurück nach St. Christina.

Als wir zum Startpunkt wieder zurück kommen, gehen wir erst einmal ausgiebigst Caffé trinken und holen alles das nach, was wir auf der Alm eigentlich wollten. Durch den sehr sonnigen Tag und das längere in der Sonne liegen, sind wir alle ein wenig gerötet im Gesicht und wir sitzen im Schatten und genießen unseren Resttag. Die Wanderung ist anfangs ein wenig anstrengend, aber mehr als lohnenswert. Wir verabreden uns für den Juli, die Wanderung noch einmal zu machen und dann auf der geöffneten Alm zu verweilen.

eure Anna

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Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

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