Fliegenpilz in meinem Korb

Herbstzeit ist nicht nur die Zeit der Herbstwälder mit ihren Gold und roten Blätterverfärbungen, der herunterfallenden Kastanien und des Halloween, sondern auch des Pilzsammelns. Und bei uns braucht man dafür sogar eine Genehmigung.

Als ich klein war, ist meine Mutter jedes Jahr im Herbst mit mir zum Pilze sammeln herausgefahren. Keine Kuhweide, kein Waldrand war da sicher vor ihr. Auch hatte sie die Angewohnheit, als Kriegskind, im Herbst die nicht aufgelesenen Kartoffeln mit mir zu sammeln. Dadurch gab es lange die kleinen, zarten Kartoffeln bei uns, bis spät in den Winter hinein. Sie (und ich auch noch heute) mochte immer am liebsten die kleinen Kartoffeln. Aber ich schweife ab…

Pilze.. kann man sich einen Herbst ohne Pilzsuppe, Pilzomelette, Pilze zu Wildschwein, ein Pilzragout oder einfach frische Pilze im Salat vorstellen? Ich nicht. Und was ist da besser als die eigens gesammelten Pilze zu essen. Sofern man sie richtig erkennt. Ich bin da nicht so sicher und halte mich lieber an einen Experten. Und Mauro ist einer.

An Mauro habe ich mich aus zwei Gründen gewandt: zum einen haben wir uns lange schon nicht mehr gesehen und zum anderen braucht man eine Erlaubnis zum Pilze sammeln. Und er hat sie. Die bekommt man im Fremdenverkehrsamt, jeder eigentlich. Man zahlt auch einen kleinen Betrag. Damit verbunden ist, dass man nicht mehr als 2 kg Pilze sammeln darf – pro Nase. Naja, wer isst schon so viele? Auf der anderen Seite, wenn wir zu zweit gehen, dann ist es ja weniger.

Mauro hat so eine Lizenz und wir haben uns getroffen. Er wusste genau, wo er noch welche finden kann um diese Zeit – und wo auch noch nicht alles abgesucht wurde. Und vor allem: er erkennt die Pilze! Das wichtigste am ganzen.

Die Pilzschutzverordnung sieht vor, dass man als Grundeigentümer 3 Kg am Tag sammeln darf, ein Bürger innerhalb der Wohnsitzgemeinde (in meinem Falle also Bruneck) darf an geraden Tagen bis zu 2 kg und außerhalb der Wohnsitzgemeinde 1 kg sammeln. Strafen bei zum Beispiel Zerstörung oder anderem können bis zu 30.000 € gehen. Hoppla!

Mauro fährt mit mir quer durch die Gegend, meist kleine Nebenstraßen, dass ich ganz die Orientierung verliere, sind wir noch in der Gemeinde Bruneck, im Vinschgau, in Meran? Wir finden Steinpilze, Pfifferlinge und Champignons und zahlreiche weitere, deren Namen ich längst vergessen habe.

Als wir am Spätnachmittag wieder nach Hause fahren und er mir den ganzen kompletten Korb in die Hand drückt, bin ich mehr als erfreut und überrascht. Mauro meinte, er wird in ein paar Tagen noch einmal gehen und hatte auch schon letzte Woche unzählige Male Pilzgerichte.. er brauche eine Pilzpause. Ich freue mich riesig und in meinem Kopf sind gleich ein Dutzend Rezepte mit Pilzen.

Pilze sammeln hat nicht nur den Spass am Sammeln, sondern auch dass man bei herrlicher Herbstluft durch Wälder und über Wiesen streifen kann, fast planlos, geniesserisch. Ohja, ich möchte gerne noch mal!

eure Anna

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Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

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