Im Klimastollen Prettau

Im Rahmen der Südtirol Balance war ich letzten Mittwoch im Klimastollen in Prettau.

Natürlich kann man ganzjährig in den Stollen gehen und sich gesund atmen, doch ich entschied mich jetzt dafür, da eine Freundin mich sozusagen eingeladen hatte. 

Die Möglichkeit bestand an einem Mittwoch im Juni zwischen 14 und 16 Uhr. Also fuhren wir nach Prettau. Da die Strecke recht weit ist – mehr als 2 Stunden Fahrt – fuhren wir schon am Morgen los und verbanden unseren Ausflug mit einer Besichtigung des Südtiroler Bergbaumuseums Steinhaus in Prettau . Und natürlich auch den Stollen selber.

Das Steinhaus ist ein beeindruckender rot-weißer Bau, recht groß und sehr gut gepflegt. Es ist das Verwaltungszentrum des Prettauer Bergbaus, wo einst Korn sowie Rohstoffe für Arbeitsgeräte gelagert wurden. Daher auch der Name Kornkasten. Wir besichtigten hier die Ausstellung, die uns die Geschichte des Kupferbergwerks ein wenig näher bringen sollte.

So erfuhren wir zunächst, dass zahlreiche Objekte aus einem Privatbesitz der Familie Enzenberg stammen. Fundstücke, Holzmodelle mit den kleinsten Details, Dokumente, Bücher, Grubenkarten… eine wirklich ausgiebige Ansammlung rund um den Grubenbau. Es wurde uns deutlich, dass der Kupferabbau alles andere als ein Zuckerschlecken war und eine harte Kondition erforderte. Nicht viele werden dem wirklich gewachsen gewesen sein. Eine sogenannte virtuelle Wunderkammer zeigte uns, wie hart es wirklich war.

Zusätzlich gab es aber auch so einiges rund um kulturelles zu sehen. Zum Beispiel einiges Handwerkliches, rund um die Kunst und die Musik, die für die Menschen in der rauen Landschaft, ihrer Einsamkeit und der harten Arbeit sehr wichtig waren.

Danach fuhren wir dann mit der Grubenbahn in den Stollen. Es gibt insgesamt 20 Gänge, die bis zu 2.100 m Tiefe reichen. Wir fuhren durch den St. Ignaz Erzstollen mehr als einen Kilometer tief. Hier konnten wir noch einmal hautnah sehen, wie das Kupfer abgebaut wurde.

Nach unseren vielen Besichtigungen wurde es Zeit in den Klimastollen zu gehen. dort lagen wir warm eingepackt in Decken auf bequemen Liegen und atmeten tief durch. Die Luft war kühl, zwischen 8°C und 10°C, aber ganz klar. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist diese rein und klar, vollkommen allergen-frei. Man spürte es mit jedem Atemzug.. Die Lunge befreite sich, selbst dann, wenn man vorher meinte, man habe gar nichts.
Danach gingen wir hinaus, atmeten die Frühlingsluft, die sich viel schwerer anfühlte und ließen uns von den Sonnenstrahlen streicheln.
Bevor wir zurück fuhren, gingen wir noch einen Café trinken.

Wir verbrachten einen wirklich interessanten Tag in Prettau. Wir wären auch gerne gewandert, aber die Zeit blieb uns dann doch leider nicht mehr. Wir lernte sehr viel über die Zeit des Bergbaus und sind froh, dass wir nicht in dieser Zeit gelebt haben.

eure Anna

Veröffentlicht von

Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.