Traumaussicht vom Castel San Gottardo in Piana Rotaliana

Letzten Sommer bin ich auf der Piana Rotaliana, dem Königsberg, gewesen und habe mir dort das Castel San Gottardo angesehen. Es hat eine faszinierende Position: fast in einer Grotte.

Die Piana Rotaliana ist ein Grenzgebiet, das genau zwischen dem deutschsprachigen und dem mediterranen Raum liegt. Schon seit Urzeiten sind die Menschen hier über die Berge gegen Süden gegangen.

Bereits vor 9.000 Jahren siedelten hier Gruppen, wie so manche Entdeckung von Begräbnisstätten zeugen.

Viel, viel später kamen dann die Römer und bauten hier die Via Claudia Augusta entlang. Sie war wichtig für den Vordrang gen Norden und wurde als Verbindungsstraße von der Adria bis nach Augsburg dafür genutzt. In Mezzocorona wurde die Siedlung Giontech entdeckt, mit einem Gebäude, das eine römische Fußbodenheizung aufweist.

Nach dem die Römer nicht mehr am Strang zogen, kamen zahlreiche Fremde und besiedelten die Gegend. Die Goten kamen aus dem hohen Norden, später dann die Langobarden auf ihrer langen Völkerwanderung und Besiedelung der italienischen Halbinsel. Die Franken aus dem Norden fanden diesen Ort ebenfalls sehr strategisch. Irgendwann Ende des ersten Jahrtausends wurde dann alles bayrisch und später für fast 800 Jahre das Fürstbistum Trient. Zu dieser Zeit spielt der bekannte Graf Meinhard von Tirol eine große Bedeutung für die Piana Rotaliana. In dieser Periode wurden die zahlreichen Burgen und Festungen gebaut, wie beispielsweise das Castel San Gottardo.

Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden wunderbare Bauten, die heute noch von einer reichen Vergangenheit zeugen, dazu gehören Kirchen und Klöster.

Im 19. Jahrhundert boomte dann die Wirtschaft, Handel wie zum Beispiel mit Wein, waren ganz groß angesagt.

In den zwei Weltkriegen ging es dann noch einmal sehr stark ‚bergab‘ mit Wirtschaft und Lebensqualität. Beides ist heute wieder stark ausgebaut.

Ich war in dem Castel San Gottardo. Der Weg dorthin ist nicht ganz ohne, man hat viele mit Seilen befestigte Bereiche. Aber es lohnt sich auf jeden Fall! Die Aussicht aus dem Castel ist wunderbar und man kann sich sehr gut vorstellen, was es für die Menschen bedeutet hat, hier zu leben. Zum einen die Gewissheit der Sicherheit, zum anderen aber auch die extreme Abgeschiedenheit. Strategisch gesehen war diese Festung ganz gewiss ein NonPlusUltra!

Die Burg selber ist typisch mittelalterlich gebaut und hieß ursprünglich einmal Corona di Mezo. Der Weg zur Felsspalt-Burg beginnt beim unten liegenden Schloss Firmian. Faszinierend fand ich das Wappen, das auf dem Eingangsportal gemalt wurde. Darauf ist sehr schön ein Drachen erkennbar, der hier einst gehaust haben soll. Erwähnt wurde die Burg erst 1181, sie wurde aber schon lange vorher gebaut. Das Schloss, wo der Weg zur Festung beginnt, ist übrigens später von dem selbigen Besitzer erbaut worden und diente dann als Wohnsitz. Doch zu abgeschieden dort oben vielleicht? Interessantes Faktum: hier wurden Überreste eines Drachens… ich meine: eines Dinosauriers, gefunden.
eure Anna

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Anna

Ich bin Anna, bin 48, habe 2 Kinder und liebe die Berge. Ich lebe dort wo es am schönsten ist: In Bruneck in den magischen Dolomiten. Ich schwimme für mein Leben gerne, meine Leidenschaft ist die Geologie und ich bin oft in den Bergen unterwegs, meistens mit meinen Freunden, denn meine Kinder sind erwachsen und außer Haus. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen.

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